Color Code

John Dean „Jeff“ Cooper (*1920 in Los Angeles; † 2006 in Paulden, Arizona) war ein US-amerikanischer Schusswaffenexperte. Er gilt als Begründer der modernen Pistolen-Schießtechniken und war einer der führenden internationalen Experten des Gebrauchs und der Geschichte der Handwaffen.

Der Einsatz von Schusswaffen ist in den DVT-Trainingsprogrammen nicht zu finden, die von Jeff Cooper beschriebenen Prinzipien zum Thema „Gefechtsbereitschaft“ sind jedoch problemlos auf die waffenlose Selbstverteidigung zu spiegeln. Die folgende Darstellung erfordert für die Anwendung auf die waffenlose Selbstverteidigung, Begriffe wie z.B. „schießen“ zu ersetzen:

 

Der wichtigste Punkt, einer tödlichen Konfrontation zu begegnen, ist laut Cooper weder die Waffe noch die Kampftechnik, sondern die Gefechtsbereitschaft, wie er in seinem Buch „Principles of Personal Defense“ beschreibt. Im Kapitel über Wachsamkeit präsentiert Cooper eine Adaption des Systems des Marine Corps um verschiedene Stufen der Wachsamkeit zu beschreiben:

Der Farbcode, wie er originär von Cooper eingeführt wurde, hatte nichts zu tun mit taktischen Situationen oder Alarmstufen, sondern vielmehr mit dem Status der eigenen Aufmerksamkeit. Wie Cooper lehrte, bezieht sich dies auf den Grad der Gefährdung der man begegnen möchte, um auf die bestehende Situation angemessen zu reagieren. Cooper beanspruchte nicht, dies erfunden zu haben, jedoch war er offenbar der erste, der dies als Hinweis auf eine Denkweise formulierte.

  Weiß  − Unaufmerksam und unvorbereitet. Wenn angegriffen im Status Weiß, bleibt als einzige Rettung die Unzulänglichkeit des Angreifers. Konfrontiert mit etwas unangenehmen, wird die Reaktion vermutlich „Oh Gott, wie kann so etwas mir passieren!“ lauten.

  Gelb  − Entspannt alarmiert. Es liegt keine spezifische Bedrohung vor, jedoch besteht die Gedankenhaltung „heute könnte der Tag sein, an dem ich mich verteidigen muss“. Du bist Dir bewusst, dass die Welt ein potentiell unfreundlicher Ort ist und bist ist darauf vorbereitet, Dich notfalls zu verteidigen. Du hältst Augen und Ohren offen und machst Dir klar: „Ich könnte heute schießen/mich verteidigen müssen.“ Man muss nicht bewaffnet sein um diesen Zustand anzunehmen. Gelb ist der Zustand für ungewohnte Umgebungen oder wenn man mit Personen zu tun hat, die man nicht kennt. Die Phase Gelb kann grundsätzlich zu einer Art „Dauerzustand“ werden. Man achtet auf Informationen aus der Umgebung, in einer entspannten aber aufmerksamen Weise. Mit Coopers Worten: „Ich könnte schießen müssen.“

  Orange  − Spezifisch alarmiert. Etwas ist nicht ganz in Ordnung und erregt Aufmerksamkeit. Du richtest Dein Hauptaugenmerk darauf, herauszufinden ob es eine Bedrohung gibt. Die Denkweise ändet sich in „Ich könnte auf IHN schießen müssen“. In Zustand Orange setzt man einen gedanklichen Auslöser: „Wenn ‚x‘ passiert, muss ich ihn stoppen.“ Zustand Orange bewirkt eine gewisse Anspannung, kann aber auch für längere Zeit aufrechterhalten werden, falls nötig. Wenn die Bedrohung sich als unbegründet erweist, schaltet man auf Gelb zurück.

  Rot    − Zustand Rot ist der Kampf. Der gedankliche Auslöser der in Orange aufgebaut wurde wurde überschritten. „Wenn ‚x‘ passiert, greife ich an.“

Das United States Marine Corps benutzt zusätzlich Condition   Black    für „aktiv im Kampfgeschehen“, jedoch empfand Cooper dies als unnötig, da es nicht eine Denkweise sondern einen Vorgang beschreibt.

Zusammengefasst hilft der Farbcode, in einem Kampf zu denken. So wie der Grad der Gefährdung ansteigt, so steigt auch die Bereitschaft, Maßnahmen zu ergreifen. Sobald jemals Zustand Rot eintritt, ist die Entscheidung tödliche Gewalt anzuwenden, bereits gefällt (der „mentale Anstoß“ wurde ausgelöst).

Quelle: wikipedia (inhaltlich angepasst)